Das Wetter am Sonntag war sehr ... äh ... üblich. Also Regen und Wind. Toll, da fanden wir uns kurzentschlossen in der 15.00 Uhr Vorstellung von Bullys sehnlichst erwartetem "(T)raumschiff" wieder. Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich zwischen der Horde 4jähriger in Begleitung der Eltern richtig wohl. In welch exquisiter Gesellschaft ich mich befand, machte einer der Höhlenbewohner hinter mir dann schnell klar, als er seiner Begleitung stolz erzählte, schon mal "in einem Kino mit so Ton von hinten" gewesen zu sein. Nach dem ersten Werbeblock und dem kurzen Zuziehen des Vorhangs war er sich dann nicht einmal zu schade, zu erwähnen "dass man ja jetzt nach Hause könne, der Film ist vorbei"! Haha <schauder>, den Witz hatte ich ganz vergessen! Da habe ich als Grundschüler schon nicht mehr drüber gelacht :-/ Gelegenheitskinogänger, Anfänger ... pah! ;-) Zum Inhalt ...
Königin Metapha (Anja Kling) befindet auf der Erde dennoch, "nicht den Sand in den Kopf zu stecken" und vor der Übermacht zu kapitulieren. Denn noch gibt es eine letzte Hoffnung: Die Besatzung der Surprise muss auf einer Zeitreise die Besiedelung des Mars rückgängig machen!
Hmm ...2001 bescherte Michael "Bully" Herbig dem deutschen Kino mit dem "Schuh des Manitu" einen absoluten Überraschungserfolg. Seine liebevolle und detailgetreue Persiflage auf die alten Harald Reinl "Winnetou" Filme traf genau den Nerv des Publikums und lockte Besucher gleich millionenfach in die Lichtspielhäuser. Zum Abschluß seiner "Bully Parade" ließ Herbig und seine Truppe mit Christian Tramitz und Rick Kavanian über den nächsten Streich abstimmen. Weit vor den Abenteuern der östereichischen "Sissy" wurde die Parodie auf das Raumschiff Enterprise als Wunschfilm durch die Zuschauer nominiert. Und der Wunsch des Publikums war dem Bully-Team Befehl. Eine allgegenwärtige Werbe- und Merchandisingkampagne ist seitdem am Rollen und schürte Erwartungen für den Film, die sich jenseits von Gut und Böse befinden.
Vielen Charakteren geht es so. Dazu trägt auch noch die sehr dünne Story bei, die mühsam die einzelnen Gags verbindet und nicht so richtig in Fluß geraten will. Das wirkt alles sehr zusammengestückelt. Und spätestens bei der Wiederkehr - oder besser dem Prequel - von Santa aus "dem Schuh" rutscht man unruhig im Sessel herum und fragt sich, ob da nicht doch die Ideen ausgegangen sind?
Eine ähnliche Perfektion bei der Ausarbeitung der Geschichte und ein paar zündendere Gags und ich wäre begeistert gewesen! |