Ist es denn wahr? "The Last Samurai" war der letzte Film, den ich im Kino gesehen habe. Und zuletzt etwas geschrieben habe ich im November. Mensch, Mensch ... was ist denn da los? Da ich schon richtig auf Entzug war, konnte ich natürlich nicht widerstehen, als ich beim Aufräumen die alten Freikarten für das Bielefelder Cinemaxx fand :-) Also ab in den Wagen und ... ach egal was läuft ... Hauptsache ins Kino. "Welcome To The Jungle" oder "Gothika" standen zur Auswahl - wobei ich aus optischen Gründen eher zum Psychodrama mit Frau Berry tendierte. Und so war es dann auch, das abgegriffene Freiticket wurde anstandslos akzeptiert und ich setzte mich in den fast leeren Saal. Der sich leider füllte :-( Und um 20.00 Uhr an einem Sonntag wissen die tiefergelegten Discobesucher offensichtlich nicht, was sie mit Ihrer Zeit anfangen sollen. Warum müssen Sie denn mich im Kino stören? Die ganze Zeit Gebrabbel, Getrampel, Gekicher, Telefonie und Geraschel - Wuäh! Mit 20 Jahren sollte man doch mal 2 Stunden am Stück ruhig sein können, oder? Das hat mich wirklich gewaltig gestört :-( Zum Inhalt ...
Die Heimfahrt gestaltet sich etwas problematisch, da es wie aus Kübeln schüttet und die Hauptstraße komplett weggespült wurde. Auf der kleinen Ausweichstraße steht plötzlich ein junges Mädchen im strömenden Regen! Miranda kann gerade noch ausweichen, landet im Graben ... und wacht in der eigenen Klinik als Insassin wieder auf! Sie kann sich an nichts erinnern, außer an das Mädchen auf der Straße. Als ihr dann eröffnet wird, dass sie ihren Mann auf bestialische Art und Weise ermordet haben soll, zweifelt sie selbst an ihrem Verstand ... Hmm ...
Die Geschichte ist interessant gedacht, Ärztin findet sich plötzlich in ihrer eigenen Klappse wieder. Halle Berry spielt Miranda Grey ordentlich, ist aber als Patientien *deutlich* besser, als als Psychiaterin. Während sie in letzterer Rolle ziemlich staksig durch's Bild kaspert und ich in keinem Augenblick erkennen konnte, wo da die kühle Rechnerin sein sollte, so macht sie die verwirrte Patientin mehr als glaubhaft. Hinzu kommt noch ein wirklich gelungenes Makeup.
Wahrlich ist das Schauspiel an sich nicht die große Stärke des Films. "Gothika" lebt vielmehr von der düsteren Stimmung und der Inszenierung. Da ist alles nicht so richtig einzusehen, es gibt dunkle Ecken und man fühlt sich immer ein bißchen unwohl. Die Geschichte glänzt nicht gerade mit verblüffenden Einfällen oder Wendungen und so kommt es von Zeit zu Zeit sogar zu ein bißchen Langeweile. Und hier bin ich mir nicht sicher, ob Kassovitz das nicht sogar geplnat hat! Denn immer dann, wenn ich gerade dabei war, mich zu fragen was das alles soll, wurde man ordentlich erschreckt! Mehr als einmal haben die versammelten Golfbeifahrerinnen im Saal verstört gejuchzt, wenn wieder mal irgendwo eine Tür knallte oder unvermittelt ein Gesicht von der Leinwand starrte. Da saß wirklich jeder der beabsichtigten Schocker. Glücklicherweise wurde damit nicht übertrieben.
Hat mir der Film nicht gefallen? Doch, er war gut. Eine ordentliche Halle Berry, routinierte Nebendarsteller, gruselige Atmosphäre und einige treffsichere Schocker. Für Unterhaltung ist also gesorgt. Es hätte deutlich besser sein können, wenn man etwas mehr auf die Handlung geachtet hätte und nicht so sehr auf Geistern rumreiten würde. Dann wäre es *wirklich* fürchterlich gewesen! |