In großzügigen Schwenks und langen Einstellungen sehen wir das Paradies: Eine einsame Insel im Nirgendwo der Karibik, ein Paradies, das genauso anziehend wie bedrohlich wirkt. Und darin, fast ein kleines unbedeutendes Nichts: Chuck Nolland gespielt von Tom Hanks.
Alles, was er zum Leben braucht, muss er sich nun selber suchen und kann lediglich auf ein wenig Strandgut aus der Absturzmaschine zurückgreifen. Nahrung bezieht aus Kokosnüssen, rohen Fischen und Krebsen, ein Fischernetz bastelt er sich aus einem Ballkleid, und ein schmerzender Zahn wird auf recht brutale Weise entfernt. Nollands einziger Gesprächspartner ist Wilson, ein mit einem Gesicht bemalter Volleyball. Und es sind wirklich erhebende Momente, wenn es Nolland zum ersten mal gelingt, Feuer zu machen oder wenn er sich aus eigenem Antrieb auf die Heimreise macht. Der Film ist abermals ein Beweis für das Können des Gespanns Hanks/Zemeckis. Die langen, musiklosen Szenen auf der Insel sind keinen Moment langweilig, ständig ist eine unterschwellige Beklemmung spürbar. Kleinigkeiten, die der Zivilisationsmensch gar nicht mehr wahrnimmt, werden zur Bedrohung, und ich glaube, ich hatte selten in einem Film so viel Angst vor dem dunklen Eingang einer Höhle.
Großes Glück für den trotz allem erstklassigen und sehr sehenswerten Film ist die Schauspielkunst von Tom Hanks. Ich fürchte, in diesem Film hätte sich so mancher andere Star von einem Volleyball an die Wand spielen lassen.
USA 2000, 143 min Homepage: [www.castaway-movie.com] |
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Diese Kritik ist die Meinung von Enno Park.